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"Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung."  Kolosser 1,15

Der Kolosserbrief sagt, Christus ist das Abbild des unsichtbaren Gottes. Dann ist auch Gottes Unsichtbarkeit in Christus abgebildet. Paradox, kann man sagen und feststellen: Für Viele damals und auch heute ist Christus sichtbar, sogar mit einer gewissen historischen Wahrscheinlichkeit, aber Gott? Der bleibt unsichtbar, auch in Christus ist er zugleich offenbar und verborgen.Unsichtbar wie das, was die Welt im Innersten zusammenhält, wie Göthe es formuliert hat.

Das Bekenntnis erhebt einen gewaltigen Anspruch: Das ist Christus! Alles ist in ihm geschaffen. Sichtbares und Unsichtbares, Throne oder Herrschaften oder Gewalten. Für die Begegnung mit jüdischen und muslimischen Gläubigen ist ein solches Bekenntnis ein Anstoß, denn sie bekennen auch, dass die Welt von Gott geschaffen ist. Aber alles in Christus? Ist das nicht am Ende eine christliche Anmaßung, die mehr zu wissen vorgibt, als ein Mensch verstehen kann? Für die ersten christlichen Gemeinden war es eine umstrittene Frage, ob der Glaube an Christus, ob Christus ausreichend sei, um die Welt zu erlösen oder ob es nicht noch andere Throne, Mächte, Gewalten zu bedienen galt. Gegen solche Zweifel spricht der Kolosserbrief davon, dass Christus vor allem anderen in der Welt steht als Bild des unsichtbaren Gottes! Das gilt. Und der Brief spricht vom Kreuz, vom Geheimnis Gottes, das sich offenbart an der gottverlassensten Stelle des Universums. Darum kann der Brief  auch kein Triumph über andere Religionen oder Glaubensansichten sein. Er erklärt nicht die Welt, er ist Erleuchtung, eine große Freude über eine schlichte Antwort: In Jesus!

Wenn wir mit dem Kolosserbrief bekennen: Alles in Christus!,

dann hat das sehr konkrete Folgen. Wir bekennen uns dazu, dass die Schöpfung, Himmel und Erde, Luft und Meer, Tiere und Menschen, ihr göttliches Geheimnis haben und behalten. Wer sie sind und wozu sie da sind, darüber können wir nicht verfügen: es liegt in Christus, in seiner Macht!

Alles ist in Christus geschaffen heißt umgekehrt: Christus ist in allem! Geheimnisvoll ist Christus auch da, wo das Auge vor allem den Mangel sieht: bei den Kranken und Armen. "Was ihr getan habt einem von meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan", sagt Jesus selbst. "Ich bin fremd gewesen, und ihr habt mich aufgenommen." So gesehen ist es geradezu eine Voraussetzung für das Gespräch zwischen Religionen und Menschen, dass der Glauben an Christus von Jesus spricht! Jesus hat eine Nähe zu Gott wie sonst kein Mensch, in ihm kommt Gott auf die Erde.  Wenn uns Leiden begegnet, das nicht geheilt werden kann, wenn uns bewusst wird, wie ungerecht es zugeht in der Welt, da ist es nicht nur ein Gedanke, sondern ein starker, tiefer Trost: Gott sieht nicht einfach zu, wenn Menschen leiden, er leidet mit. Gott, wie er sich in Jesus zeigt, ist nicht nur der Allmächtige im Jenseits, er ist auch der ohnmächtige Jesus am Kreuz! Gott ist auf der Seite der Leidenden, der ihr Leben geschaffen und gewollt hat zur Freude, jetzt und über dieses Leben hinaus. Alles in ihm. 

Das Bekenntnis erhebt einen gewaltigen Anspruch: Das ist Christus!  In der Welt, doch geheimnisvoll verborgen. Das Leben in der Auferstehung leuchtet in unser Leben hier und jetzt, in großer Freude und starkem Trost und doch immer als Vorgeschmack, als Ahnung, als Öffnung für die göttliche Gegenwart, die zugleich entzogen bleibt. Erwartet, dass Christus im Fremden begegnet, in der fremden Religion, in den Geheimnissen der Welt, auch in ihren Schatten. Und selbstverständlich gründet sich die Würde aller Menschen darin, dass sie Ebenbilder Gottes sind in Christus! Das gilt gegen Mächte und Throne und Gewalten, gegen die Menschen, die Leben und Würde anderer zerstören. Gegen Krieg und Unterdrückung. Wenn wir bekennen: alles in ihm, dann ist es jede Anstrengung wert, Menschenleben und Menschenwürde zu wahren, dann hat die Gewalt von Menschen über Menschen, auch die Gewalt über mein eigenes Leben, Grenzen. Es gibt zu entdecken, was in diesem wunderbaren Satz von Albert Schweitzer benannt ist: "Ich bin Leben inmitten von Leben, das leben will. Alles in ihm."

Es gäbe so viel zu sagen und es wäre doch nicht auszuschöpfen. Denn, so sagt es der Kolosserbrief weiter: "Es hat Gott wohlgefallen, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, sei es auf Erden oder im Himmel in dem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz." Jetzt in der Passionszeit, im zweiten Jahr der Corona-Pandemie, feiern wir den Gott, der in Jesus bei uns ist und der Sieger ist, weil Christus auferstanden ist! Christus ist das Bild des unsichtbaren Gottes! ER hat die Fülle, ER hat Frieden gemacht, im Himmel und schon jetzt auf Erden!

Der HERR ist auferstanden! ER ist wahrhaftig auferstanden! HALLELUJA!

Pastor Werner Happe

 

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